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Posts Tagged ‘Berlin’

Madonna in Berlin

Geschrieben von verlorenen Jungs
13. July 2012 16:59
Keine Kommentare

© Steve Mann - Fotolia.com

© Steve Mann - Fotolia.com

Sicherlich werden sich noch viele Deutsche an einen bestimmten Donnerstagabend im Juli 2012 erinnern. Da fand das Halbfinalspiel zwischen Deutschland und Italien statt, bei dem am Ende leider Deutschland als Verlierer vom Platz ging und die Italienern den Einzug ins Finale gewährt bekamen. Somit lag ganz Deutschland in Trauer und war fertig mit der Welt. Ganz Deutschland? Nein, eine kleine Gruppe von Menschen bekam von alledem nichts mit und genoss einen wundervollen Abend, wobei viele von ihnen sicherlich sogar nur spontan anwesend waren. Die Rede ist vom Madonna Konzert in Berlin. Für dieses hatten nämlich viele Menschen noch probiert ihre Karten loszuwerden, nachdem sie erfuhren, dass am gleichen Abend Deutschland spielen würde. Umso glücklicher waren sicherlich diejenigen, die die Karten ergatterten, manchmal sogar unter dem Verkaufspreis.

Viele hatten auch ihre Zweifel, ob die Show toll werden würde, da Madonna mittlerweile auch ein paar Jahre älter geworden ist. Doch jeder Kritiker wurde an diesem Abend eines besseren belehrt. So lieferte Madonna eine Show vom allerfeinsten ab und ließ all ihre Kritiker verstummen. Nicht verstummt waren jedoch die 13.000 Fans, die der Queen of Pop nach anfänglichen Buh-Rufen unentwegt zujubelten. Die Buh-Rufe waren auch nur dadurch begründet, dass Madonna ihre Fans lange warten ließ und diese etwas ungeduldig wurden.

Madonna hat sich kein Stück verändert und baut noch wie in den 80er und 90er Jahren ihre Show aus purer Erotik und Provokation auf. Oder wie wäre sonst eine Ak47 zwischen ihren Beinen zu erklären? Sehr löblich ist außerdem, dass Madonna trotz Hochleistungssport auf der Bühne fast komplett live sang und somit auch beweisen konnte, dass sie gesanglich in keinster Weise abbaut. Auffällig bei dem Konzert war übrigens, dass es sehr düster geprägt war, sodass es von vielen als Abrechnung mit Guy Ritchie gewertet wurde.

 

Die Band Die Türen

Geschrieben von verlorenen Jungs
14. March 2012 13:39
Keine Kommentare

© rodolphe trider - Fotolia.com

© rodolphe trider - Fotolia.com

ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ – das ist der etwas umständliche Titel des neuen Albums von der Berliner Band ‘Die Türen’. Aber er vereint Dadaismus, Humor, Zweifel und Unentschlossenheit in einem und ist damit einer der geschicktesten seit Langem. Dem Album liegen Klebebuchstaben bei, damit die Rezipienten selbst Hand anlegen und sich einen eigenen Titel designen können. Ähnlich wie schon Barthes, der mit seinem Spruch ‘Der Autor ist tot’ dem Publikum eine neue Rolle zusprach, gibt auch die Band Die Türen für einen kurzen Augenblick das Ruder aus der Hand. Geschickter Schachzug, Marketing oder ernstgemeinte Kunstkritik?

Die damals dreiköpfige Band, aus der nordrhein-westfälischen Provinz kommend, gründete sich im Jahr 2002. Die drei Freunde wollten Musik machen, und da sie von keinem Label genommen wurden, gründeten sie gleich selbst eins mit dem Namen Staatsakt. Das existiert heute noch und hat unter anderem erfolgreiche Künstler wie den Berliner Bonaparte oder die österreichische Band Ja,Panik unter Vertrag. Sie sind also durchaus erfolgreich, die drei und inzwischen hängt Geld an dem Projekt, sowohl an der band als auch an dem Label. Das wird von ihnen mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Erfolg kann nämlich auch scheitern sein, jedenfalls dann, wenn man die Revolutionsgedanken und die Hoffnung auf eine bessere Welt im Laufe der Zeit immer mehr nach hinten schiebt und schließlich zugunsten von Büroarbeit, Geld und Altersvorsorge fallen lässt.

Doch das soll kein Vorwurf sein, und der Musik von den Türen hört man die neue Konformität nicht an. Die Band ist inzwischen fünf-köpfig, dazugekommen ist Andreas Spechtl, umtriebiges Mitglied von Ja,Panik, der auch schon Christiane Rösinger bei ihrem Soloalbum unterstützt hat, und Michael Mühlhaus, Ex-Blumfeld-Keyboarder, der dem ABC-Album einen gnadenlosen Beat unterlegt. Die Songtexte bewegen sich in ihrer Kryptik irgendwo zwischen Twiitermeldungen, Feuilletontiteln und Dada-Fragmenten. Das Album ist im Februar auf dem Label Staatsakt erschienen, und wer Spaß an pfiffiger Unterhaltung hat, die sowohl ein Stirnrunzeln als auch schelmisches Lächeln zulässt, sollte sich einen der Auftritte der Band nicht entgehen lassen.

 

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