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Ein französischer Historiker hat eine Aufnahme von “Lili Marleen” entdeckt, die schon lange in Vergessenheit geraten war. Laut dem französischen Magazin “Le Point” hat Jean-Pierre Guéno die Aufnahme entdeckt, als er Recherchen für sein Buch “Lili Marleen, l’incroyable histoire de la plus belle chanson d’amour” angestellt hat. Diese nun zum Vorschein gekommene Version des Songs war bislang unveröffentlicht. Hierbei hat nicht Norbert Schultze (wie bei dem weltberühmten Hit), sondern Rudolf Zink die Melodie komponiert. Zink, der Geliebte der Sängerin von “Lili Marleen”, Lale Andersen, hatte 1937 das Gedicht von Hans Leip entdeckt, dass dem Lied für Text und Titel Modell stand. Darauf hat er die Melodie geschrieben. 1939 wurde das Lied schließlich von Lale Andersen eingesungen und aufgenommen. Man kann sich diese ursprüngliche Version auf der Internetseite von “Le Point” anhören. Sie ist viel melancholischer und wehmütiger als die Fassung, die später veröffentlicht wurde und große Berühmtheit erlangte. Der Hit, den Schultze komponierte, ist viel lebendiger und peppiger.
“Wäre es nicht amüsant, wenn nach all dem Theater und dem ‘Sieg-Heil”-Geschrei, nach all der Marschiererei und Indoktrination, der einzige Nazi-Beitrag für die Welt ‘Lili Marleen’ gewesen sein soll?”, fragte einst John Steinbeck. Tatsächlich wurde das Lied (in der Schultze-Version) 1941 zum ersten Mal im deutschen Wehrmachtsradio gespielt und erfreute sich sofort großer Beliebtheit bei den Soldaten. Der Leiter des Senders in Belgrad hatte die Idee, das Lied zu spielen. Dann haben es auch andere Sender übernommen. Schon bald schallte es bis zu 30 Mal am Tag aus den Radios der Landser, die Lale Andersen ungefähr eine Million Briefe geschrieben haben.
