Die Charts der deutschen Musik sind vor allem für junge Menschen sehr interessant. Aber auch für Gesellschaftswissenschaftler stellen sie ein wunderbares Barometer dafür dar, wie sich die deutsche Musik- und Popkultur entwickelt. Jede Zeit hat ihre charakteristische Musik. Und waren es vor einigen Jahrzehnten noch die Pioniere der Rockmusik, sind es seit den Achtzigern immer mehr Musik Schaffende aus der Rapkultur, die mehr und mehr Einfluss auf die deutschen Charts haben.
Der spezielle Musikstil, der charakteristisch von Sprechgesang, rhythmischen Schlagzeug-Beats und Soundloops geprägt wird, entstand Anfang der Achtziger in den USA und fand seinen Weg – zu Beginn der Neunziger – auch nach Deutschland. Dort fand er eine Menge Anhänger und entwickelte sich zu einer neuen Subkultur mit entsprechenden Kleidungsregeln und typischem Sprach-Slang.
Wie bei allen Musikstilen entwickelte sich auch die Rapmusik in viele weitere Unterkategorien und Subgenres, die heutzutage immer schwerer zu unterscheiden sind. Somit hat sich auch die Klientel immer mehr spezialisiert und mit der Verbreiterung des musikalischen Spektrums dementsprechend vergrößert. Schaut man sich heute die aktuellen Popcharts an, lassen sich immer mehr Rapsongs entdecken. Die Popularität dieses Musikstils wächst beständig. Auch wenn es schwarze Schafe gab und gibt, die versuchen, mit gewaltverherrlichenden Texten jugendliche Konsumenten zu gewinnen. Doch diese Erfolge sind meist nur von kurzer Dauer. Auch die Künstler erkennen, dass sie ihre Fans nicht auf Dauer mithilfe aggressiver Texte an sich binden können. Nicht zuletzt, weil Einige durch verschiedene Gerichtsverfahren in Misskredit geraten sind und danach Schwierigkeiten hatten, wieder an den alten Erfolg anzuknüpfen. Der Großteil aller Rapmusiker besinnt sich auf intelligente und kreative Texte ohne gewalttätigen Inhalt. Somit kann man auch seine Kinder sorgenfrei Rapmusik konsumieren lassen und ihnen das Ausleben ihrer Jugendkultur ohne Weiteres zugestehen.
Verwandt ist die Kunstform des Raps übrigens auch mit der modernen Lyrik, aufgrund der künstlerischen Verflechtung von Inhalt, Wortakrobatik und Reimen. Bild : © Tim Caspary / pixelio.de







